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Donnerstag, 21. August 2014

Merkurbergbahn - mit der Bahn auf den 'Planeten'-Gipfel

Die Merkurbergbahn in Baden-Baden führt, man mag es schon vermuten, auf den Merkur, dem Hausberg der Stadt.

Früher hieß der Berg Großer Staufenberg. Doch seit dem 16. Jahrhundert ist er unter dem Namen Merkur bekannt. Mehr darüber können Sie in meinem Post 'Merkur - ein Gott, ein Planet und ein Berg auf unserem Planeten' lesen.

Die Talstation ist ein wenig außerhalb des Zentrums. Sie können diese mit dem ÖPNV vom Bahnhof und vom Leopoldsplatz erreichen.  
Oder, wenn Sie ein Auto zur Verfügung haben, direkt zur Talstation fahren. Ausreichend Parkplätze sind vorhanden. Und soweit wir es bei unserem Besuch gesehen haben, sind diese kostenlos.

Die Merkurbergbahn wurde am 16. August 1913 feierlich eröffnet. Grundlage war die Empfehlung, die Bergbahn als elektrifizierte Standseilbahn zu konzipieren. 
Der 1. Umbau der Bahn erfolgte in den Jahren 1955/1956. Kurz danach, 1957/1959 erfolgte der 2. Umbau.
Am 2. November 1967 wurde die Bahn stillgelegt. 
Zur Wiedereröffnung am 27. April 1979 wurde sie auf vollautomatischen Betrieb umgestellt.

Mit einer Streckenlänge von 1.192 m ist sie eine der längsten Standseilbahnen Deutschlands. Sie überwindet 370 Höhenmeter zwischen der Talstation auf 287 m ü NN und der Bergstation bei 657 m ü NN. Die Steigung auf der Strecke beträgt zwischen 23% und 54%. Die Wagenneigung beträgt 39% (Mittelwert aus minimaler und maximaler Steigung am Berg).
Zur damaligen Eröffnung betrug die Fahrzeit ca. 10 min auf den Merkur-Gipfel. Heute benötigt die Bahn nur noch ca. 5 min, um von der Talstation zur Bergstation zu fahren.

Betreiber der Bahn heute sind die Stadtwerke Baden-Baden. 
Lt. aktuellem Stand fährt sie täglich zwischen 10:00h und 22:00h, sowie nach Bedarf.

Die Fahrt auf den Gipfel lohnt sich als Fahrerlebnis als solches, aber auch, weil am bereits hier einen tollen Vorgeschmack auf die tolle Aussicht bekommt, welche man vom Gipfel und vom Merkurturm aus genießen kann.

Also, Einsteigen und hochfahren. Es lohnt sich!


Mittwoch, 20. August 2014

Merkur - ein Gott, ein Planet, und ein Berg auf unserem Planeten

Merkur - der kleinste Planet im Sonnensystem.
So passt auch der Name Merkur auf den Hausberg Baden-Badens - mit 668,3 m ü NN ist er eher einer unseren kleineren Berge.

Jedoch ist der Berg nicht nach dem Planeten, sondern nach dem römischen Gott Mercurius, eingedeutscht Merkur, benannt. 
Wie es dazu kam? Auf dem Gipfel wurde ein römischer Votivstein (Weihestein) gefunden. Dieser zeugt vom Handel im Altertum. Und da Mercurius der Gott der Händler ist, kam es zu dieser Namensgebung.

Der Originalstein ist heute in den Stadtgeschichtlichen Sammlungen zu finden, ein Abguss auf dem Gipfelplateau. 

Neben diesem nicht originalen Votivstein kann man auf dem Plateau einen kleinen geologischen Grundkurs machen, zumindest einen der Geologie der Umgebung. Denn auf dem Gipfelplateau sind die verschiedenen Gesteinsarten, aus welchen der Große Staufenberg (ursprüngl. Name des Merkur) besteht aufgestellt und beschrieben. So sind dieses verschiedene Sedimentgesteine, vulkanische Gesteine (Quarzporphyr), oder auch Buntsandstein. Zudem sind weitere Gesteinsarten zu sehen, wie z.B. Oberkarbon, oder auch Granit,
welche in der Umgebung des Kleinen Staufenberges, dem kleinen Nachbarn, zu finden sind.
Dadurch, dass richtige Gesteinsbrocken ausgestellt sind, kann man deren verschiedene Schichten und Einschlüsse viel besser sehen, als an den sonst üblichen kleinen Musterstücken. Auch kann man sie alle berühren und anfassen.

Aber nicht nur die verschiedensten Gesteinsarten kann man auf dem Plateau bewundern, sondern auch die grandiose Aussicht.
Natürlich in den Talkessel der Stadt Baden-Baden, und auf den Schwarzwald. Und bei guter Sicht kann der Blick bis zu den Vogesen, oder der Oberrheinebene und zum Odenwald reichen. 
Karlsruhe und Straßburg sind dann ebenfalls zu sehen. Zudem die Schlossruine Hohenbaden, Battertfelsen, aber auch die Ruine Alt-Eberstein und einiges mehr.

Und weil man vom Plateu aus auf grund des Baumbewuchses nicht den wahren Rundumblick hat, lohnt ein Gang auf den Merkurturm zur Aussichtsfläche. 
Der Turm wurde um 1850 errichtet und dient nebenher auch dem SWR als Sendemast.
Es lohnt sich!
Und keine Sorge vor zu viel Anstrengung, im Turm ist ein Aufzug, welcher, ja, man mag es kaum glauben, kostenlos ist. Also, ab nach oben auf die Aussichtsplattform in 23m Höhe über Gelände und die wundervolle Aussicht genießen!

Wenn man bei den richtigen Windverhältnissen auf dem Merkur ist, hat man zudem die Gelegenheit den Gleitschirmfliegern mit ihren bunten Schirmen auf ihrem Flug ins Tal zu zuschauen.



Zur Erfrischung, oder Stärkung gibt es an der Station der Merkurbergbahn eine Gaststätte. 
Für all jene, die ihr Picknick mitgebracht haben, stehen auf dem Gelände ausreichend Tische und Bänke zur Verfügung, auch sind Grillplätze zur freien Verfügung vorhanden.

Wie zuvor erwähnt, führt die Merkurbergbahn auf den Gipfel, man kann diesen aber auch per Pedes 'erklimmen'. 
Wir haben sowohl für den 'Auf- und Abstieg' die Standseilbahn genutzt. Immerhin handelt es sich um eine historische Bahn - sie wurde 1913 eröffnet.
Dieser werde ich noch einen separaten Post widmen.